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Google Webprotokoll

Google weiß alles über Dich, wenn Du einen Google-Account hast und regelmäßig im Netz unterwegs bist.

Die Informationen über die Netzaktivitäten werden gesammelt, damit aus diesen Informationen eine möglichst zielgenaue Werbung platziert werden kann. Auf der anderen Seite greift auch Google Now auf diese Daten zurück und versucht, soweit es eben geht, interessensgerechte Vorschläge zu machen.

Das eine oder andere Mal habe ich schon verblüfft dagesessen und gedacht, „woher in drei Teufels Namen wissen die, dass ich mich für die Farbe der Schuhe der Nachbarn von Micky Maus interessiere“, wenn mir mal wieder eine Werbeanzeige über den Weg lief, die mich in der Tat auch geködert hat. Durchaus auch faszinierend.

Daten sammeln, das Verhalten der Kunden erforschen und versuchen, den Kunden etwas zu verkaufen, das machen im Grunde alle. Und das ist auch keine Erfindung des Netzes. Ein Hotel, das etwas auf sich hält, sammelt ebenso Informationen über die Vorlieben des Kunden. Je nach Feinheitsgrad ist dort möglicherweise durchaus bekannt, ob ich den Kaffee lieber schwarz oder mit Milch trinke, ob ich Allergiker bin und ob es spezielle Wünsche gibt, die ich in der Vergangenheit geäußert habe, die man bei einem Folgebesuch dann sozusagen von den Augen abzulesen scheint. Das funktioniert selbst dann, wenn seit dem letzten Besuch Jahre vergangen sind.

Ein guter Verkäufer wird stets versuchen, seinen Kunden in einer persönlichen Weise anzusprechen, wenn er weiß, dass der Kunde Fußballfan ist, werden die Bundesligaergebnisse vom letzten Wochenende sicher in ein Gespräch einfließen, Gratulation zum Geburtstag und so weiter. Wir kennen das im Grunde alle und ich finde das auch absolut in Ordnung, ist doch die Information, über die mein Autohändler verfügt, begrenzt.

Google wird von mir viel besser informiert. Selbst meine privatesten Gedanken münden doch oft genug in einer Suchmaschinenanfrage. „Mal sehen, was es im Netz dazu gibt“. Die Themen sind so breit gefächert wie das Leben selbst. Von Medikamenten bis zu Autos, von Buchtiteln bis zu Geschenken für meine Frau, politische Themen usw. Ein gar nicht so kleiner Teil des Spektrums meiner Gedankenwelt wird sich mehr oder weniger in Suchabfragen wiederfinden.

In der Google History kann man sein persönliches Webprotokoll einsehen. Stellen Sie die Herztropfen bereit, wenn Sie die Seite aufrufen. Nach dem Login werden Sie überrascht sein und Suchanfragen finden, die sie selbst schon lange wieder verdrängt hatten.

Das Erste, das Sie sehen, ist ihre persönliche Nutzungsstatistik. Unterhalb der Statistik geht es dann ans Eingemachte. Eine detaillierte Auflistung Ihrer Suchanfragen. Selbstverständlich mit Datum und Uhrzeit. Und das für mehrere Jahre.

Mag man über Google denken, was man will, es gibt etwas, was mir an dieser Statistik außerordentlich gut gefällt – ihre Existenz und ihre Transparenz für den protokollierten Benutzer. Wenn man sich einen Moment mit dem Inhalt befasst, wird einem so noch einmal deutlich vor Augen geführt, was Tracking eigentlich bedeutet. Es gibt unzählige weitere Anbieter, die solche Statistiken über Sie führen. Der feine Unterschied ist, dass Sie keine Ahnung haben, was dort alles über Sie bekannt ist geschweige denn, was alles mit den Daten passiert. Bei Amazon z.B. kann ich meine Bestellhistorie bis in die Details bis 1996 zurückverfolgen. Wen interessiert das eigentlich? Ändern kann ich daran meines Wissens nichts.

Google-Webprotokoll deaktivieren
Google-Webprotokoll deaktivieren

Sie können das Google-Webprotokoll bearbeiten und entweder einzelne Einträge löschen, oder auch die gesamte Historie löschen. Zusätzlich läßt Google Ihnen die Wahl, diese Protokollierung ganz zu deaktivieren. Klicken Sie einfach auf das „Zahnrad“ und verändern Sie in den „Einstellungen“ das Verhalten nach Ihren Vorstellungen.