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Modulares Smartphone LG G5 in Barcelona vorgestellt

Auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona wurde heute das Smartphone LG G5 vorgestellt. Mit den Jahren entstand ein fester Kalender, nach dem die Hersteller Ihre neuen Smartphone-Modelle vorstellen. Eigentlich kann man das schon fast in Formeln fassen. Bei Samsung wäre es dann das S -(Jahreszahl – 2009), bei Apple ist die Formel ähnlich und im Grunde kann man die Modellpolitik der meisten Hersteller in diese Kategorie einordnen. Seit dem das IPhone im Jahr 2007 erstmals vorgestellt wurde, haben viele große Hersteller sich stets daran orientiert und das IPhone als Benchmark gesehen. Das gipfelte dann darin, dass plötzlich Hersteller Akkus fest verbauten und SD-Karten-Slots einsparten, von denen man das nicht erwartet hatte. Alles getreu dem Motto „Wenn DIE das können, dann kann es nicht falsch sein“.

Es war überaus erfrischend heute eine Smarphone-Vorstellung zu sehen, die eine eigene Vision und Richtung aufzeigte und die tatsächlich ein paar wirklich „revolutionäre“ Neuerungen brachte, zumindest bezogen auf Smartphones. Ich glaube, LG ist auf einem guten Wege das Smartphone-Erlebnis zu erweitern.

Das LG G5 bringt ein neues Konzept mit, das in verschiedener Hinsicht überaus intelligent ist: Das modulare Smartphone. LG nennt das die „LG Friends“, also die „Freunde des Smartphones“. „LG Friends“ ermöglichen den Preis des Basispaketes in einem vernünftigen Rahmen zu halten, schaffen aber gleichzeitig eine Basis, auch allerhöchste Ansprüche zu bedienen.

Das LG G5

Das G5 kommt – wie bereits erwartet – im Unibody-Metallgehäuse. Hier gibt es ein echtes Novum. Mussten wir uns bisher immer anhören, dass ein Wechselakku in einem Unibody nur möglich sei, wenn man „Telefonzellen“-formate hinnähme, so beweist LG, dass es geht. Man muss nur wollen und Ideen haben. Der Akku steckt in einer Art Schublade, die nach unten herausgezogen werden kann. Es ist nicht nur möglich, den Akku zu wechseln, sondern es gibt auch andere Einsteckmodule, die dem Telefon zusätzliche Fähigkeiten verleihen. Mehr dazu unter „LG-Friends“.

Das Telefon verfügt über zwei Displays, die mit getrennter Elektronik arbeiten, aber im selben Panel dargestellt werden. Praktisch wirkt das wie ein spezieller Bereich im Bildschirm, der ständig zur Verfügung steht, selbst, wenn der Hauptbildschirm abgeschaltet wird. Der Platz reicht, um kurze Statusmeldungen, die Uhrzeit und häufig benutzte Steuerelemente unterzubringen. Vorteil dieses 2. Bildschirms ist natürlich die ständige Ablesbarkeit und vor allem auch der niedrige Akkuverbrauch von nur 0,8% der Akkuladung je Stunde.

LG G5 - Foto: LG
LG G5 – Foto: LG

Das LG G5 verfügt über einen Qualcomm Snapdragon 820-Prozessor, ein 5,3 Zoll (ca. 13,5 cm) Quad HD IPS Display mit 2560×1440 Pixel und 554 ppi, 4 GB DDR4-RAM, 32 GB UFS ROM. Das Betriebssystem ist Android „Marshmallow“ 6.0.

Der Speicher ist über eine Micro-SD-Karte bis auf 2 TB erweiterbar.

Es sind 3 Kameras verbaut, eine Frontkamera mit 8 Megapixel und zwei Rückseitenkameras. Eine 135°-Weitwinkelkamera mit ebenfalls 8 Megapixel, sowie eine 16 Megapixel-Kamera. Die Weitwinkelkamera ermöglicht besonders „breite“ Aufnahmen.

Bei 159 Gramm Gewicht und Maßen von 149,4×73,9×7,7-8,6 mm kann man von einem handlichen Gerät sprechen.

Das Gerät unterstützt LTE, 3G und 2G, sowie WiFi 802.11 a,b,g,n,ac sowie über eine USB Type-C-Schnittstelle USB 2.0 und USB 3.0. NFC und Bluetooth 4.2 sind ebenfalls an Bord.

Ein Fingerabdrucksensor ist auf der Gehäuserückseite verbaut.

Ein ein kabelloses Aufladen des Gerätes wird nicht uterstützt.

Erhältlich ist das Telefon in den Farben Silber, Titan, Gold und Pink.

Die „LG-Friends“

Die LG-Friends sind die eigentliche Idee hinter dem Telefon. Ein Konzept, dass das Smartphone zur Freizeitzentrale aufwertet. Zunächst ist der Freundeskreis noch überschaubar.

  1. Den austauschbaren Akku. Wie? Modul? Ja, im Grunde ist das Basismodul. das LG in sein G5 einbaut, das Modul, das den 2800 mAh-Akku aufnimmt. Das Modul ist austauschbar, ebenso der Akku. Das Kamera-Modul oder das Hifi-Modul ersetzen das Basismodul. (Dieses von mir als Modul bezeichnete Bauteil ist natürlich Serienbestandteil eines jeden LG G5 und kein Sonderzubehör)
  2. Das Kamera-Modul „CAM Plus“,das eine Akku-Erweiterung um 1000 mAh und eine erweiterte Kamera-Steuerung mitbringt.
     LG CAM Plus Modul - Foto: LG
    LG CAM Plus Modul – Foto: LG

    Damit das Modul montiert werden kann, muss zunächst das „Akku-Modul“ entnommen werden. Der Akku findet seinen Platz dann im Kamera-Modul. Das Modul wird einfach ins LG G5 eingesteckt und ist dann fest mit dem Smartphone verbunden, ohne die Dimensionen (abgesehen von der Tiefe) zum Nachteil zu beeinflussen. Es wirkte (ich hatte das Gerät nicht der in der Hand) auf mich sogar eher so, als könnte man das Smartphone wirklich wie eine Kamera halten und als würde das Modul eine deutliche Verbesserung der Handlichkeit beim Fotografieren und Videografieren darstellen.

  3.  Das von Bang & Olufsen und LG gemeinsam entwickelte Hifi-Modul „HiFi Plus mit B&O Play“ für hochklassige Musikwiedergabe.
    LG B&O HiFi-Plus Modul - Foto: LG
    LG B&O HiFi-Plus Modul – Foto: LG

    Das Modul kann auch in Verbindung mit anderen Smartphones oder PCs verwendet werden und bietet die wiedergabe von nativem 32-Bit 384 kHz High Definition Audio.

  4. Die „360 CAM“ ist kein Modul, sondern ein echter „Freund“, den man leicht mit dem G5 verbinden kann. Die 360°-CAM verfügt über zwei 13-Megapixel-Weitwinkelkameras, 5.1 Surround-Sound-Mikrofone, 2K-Video und 4 GB RAM.
    LG 360 CAM - Foto: LG
    LG 360 CAM – Foto: LG

    Der Akku hat eine Kapazität von 1200 mAh. Aufnamen der „360-CAM“ lassen sich direkt in Google-Streetview hochladen oder im G5 oder mit einem anderen geeigneten Viewer betrachten.

  5. „360 VR“ ist ein weiterer „Freund“ – eine portable, zusammenklappbare Virtual-Reality-Einheit. Die Einheit funktioniert ausschliesslich mit dem LG G5 und ist mit allen Inhalten, die mit dem G5 aufgenommen werden, sowie mit Google-Cardboard-Inhalten kompatibel.

Es gibt noch eine Robotereinheit, die als eine Art Kugel über den Boden fährt und mit Kamera und Lautsprecher ausgestattet ist. Im Gegensatz zu den vorgenannten „Freunden“ ist das eine Erweiterung, die vermutlich den europäischen Geschmack nicht treffen wird. Ganz anders bei der in Zusammenarbeit mit Parrot entwickelten Drohnensteuerung. Diese Zusatzeinheit soll das Fliegen einer Drohne zum Kinderspiel machen, ist allerdings noch im Vorserienstadium, so dass man nicht allzuviel dazu sagen kann.

Die "LG Friends" - Foto: LG
Die „LG Friends“ – Foto: LG

Fazit:

Insgesamt eine sehr runde Vorstellung eines Gerätes, in dem viele Dinge plötzlich möglich wurden, die angeblich unmöglich gewesen seien, wenn man anderen Herstellern Glauben schenkte.